Andreas Gabalier: PRot & Spiele!

 

Andreas Gabalier gegen SPÖ ist für die PR-Welt wahrlich ein gefundenes Fressen: Alle wollen etwas von dem offensichtlichen Kommunikations-Kuchen abhaben. Wer aber kann in diesem Intermezzo wirklich und vor allem wie punkten? Ein kurzer Überblick – mit Lupe und etwas Augenzwinkern.

Eines gleich vorweg: Hier geht es nicht darum, ob nun die SPÖ Graz das Recht hat, Lieder von Andreas Gabalier auf ihrer eigenen Veranstaltung zu verbieten. Es geht auch nicht darum, ob es okay ist, dass man das als Andreas Gabalier nicht leiwand findet. Uns geht es heute einfach darum, dieses ganz besondere PR-Spektakel mit einem kleinen Augenzwinkern, aber doch ernsthaft unter die Lupe zu nehmen. Und natürlich auch die Mitspieler, deren Zahl ob des großen Getöses stündlich steigt.

Player 1: SPÖ Graz.

Hier kann man sich aus PR-Sicht nur eines fragen: Warum. Zum. Teufel? Wo man doch eh weiß, dass Gabalier und Graz und überhaupt – dass das immer taktlos wird!

Player 2: Coverband.

Hier kann man sich aus PR-Sicht nur eines wünschen: Das Kommunizieren des angeblichen Verbots war kein ausgefeilter PR-Move, oder? Sonst ist der nämlich gewaltig nach hinten losgegangen – denn Spaß an dieser Kommunikationskanonade hat definitiv nicht besagte Band 4you, sondern vielmehr der Grund dieses PR-Fortissimos selbst:

Player 3: Andres Gabalier.

Dass Andreas Gabalier in Sachen Kommunikation nicht auf der Nudelsuppe dahergeschwommen ist, wissen wir spätestens, seitdem er das angeblich versteckte Hakenkreuz auf einem seiner Cover mit dem Fluchtweg-Symbol verglich und so auf durchaus ironische Art und Weise den Spieß umdrehte. Eine sehr ähnliche Methode wendet Gabalier nun im aktuellen Fall an: Er unterstellt jenen, die versuchen, mit Toleranz zu punkten, Intoleranz. Ob das jetzt eine sehr subtile Täter-Opfer-Umkehr ist, lassen wir an dieser Stelle einfach einmal so stehen. Aus PR-Sicht kann man nur sagen: Dieser Twist hat Gabalier direkt an die Spitze der aktuellen und nach oben offenen Gabalgate-Skala geschossen. Mehr Sympathien aus noch mehr Lagern kann man mit einem einzigen Posting im Grunde gar nicht einfahren. Wie auch immer man zu der Sache stehen mag: Der Schachzug war aus Sicht von Gabalier einfach nur gut. Vorausgesetzt, man mag auch gern den nächsten Mitspieler an seiner Seite wissen …

Player 4: Felix Baumgartner.

Da hat es ihn von seinem steuerentlasteten Sesserl in der schönen Schweiz wohl fast runtergeweht, den Felix Baumgartner! Sein! Freund! Andi! Ist! In! Not! Also: iPad her, und schon wird um Punkt 21.42 Uhr des 2. Mai reingetippselt, was das Zeug hält. Auf die bösen Politiker hingeschriftelt, hashtag #gruzzitürknoamaoi! Nein, im Ernst: ein wunderbares Sprungbrett für den All-nächtigen, um wieder einmal ein Lebenszeichen von sich zu geben und in den Medien zu landen. Am Ende geht’s ja doch nur um Bekanntheit. Und der Felix wollte halt auch etwas vom Kuchen haben. Ein ehrliches Kompliment aber an dieser Stelle: Baumgartner hat richtig schnell reagiert, den Trend (absichtlich oder nicht) erkannt und auf den Busch geklopft. Aus Kommunikationssicht: Richtig gemacht.

Player 5: Rudolf Fußi.

Jetzt lebt dieser Mann davon, dass er sich über politische und gesellschaftliche Zusammenhänge den Kopf zerbricht. Nicht ungern schlägt sich der Politberater denselben in rein verbaler Form vor den Augen von Wolfgang Fellner auf oe24.tv mit illustren Gästen ein. Man muss also fast sagen: Wenn er sich nicht eingemischt hätte, Rudolf Fußi hätte dem ganzen PRestige-Duell um die Krone des Gabalier-Gambler wahrlich gefehlt. Dass just er aber mit der wohl kreativsten Version punktet, ist bemerkenswert: Weil die SPÖ nicht in der Lage ist, Gabaliers Kunst entsprechend zu würdigen, würde eben Fußi selbst in die Bresche springen. Also sprach er den Hit „Hulapalu“ bierernst an, um ihn auf youtube zu veröffentlichen. Großes Kino – und auch für den Kommunikationsprofi fallen Brotkrumen in Form von Reichweite in den sozialen Netzen ab. Chapeau.

Player 6: Sebastian Kurz.

Dass dann, quasi in letzter Sekunde, auch noch Bundeskanzler Sebastian Kurz in Form eines Postings um Aufmerksamkeit in der ganzen Angelegenheit buhlt, verblüfft dann aber doch ein wenig. Er schreibt auf Facebook: „Das rechte Medium Aula beschimpfte Österreichs Song-Contest Teilnehmer Cesár Sampson wegen seiner Hautfarbe. Die SPÖ verbietet einer Band, Songs von Andreas Gabalier zu spielen, weil seine politische Haltung nicht geteilt wird. Reicht es nicht, wenn sich politische Parteien gegenseitig oft unwürdig behandeln?“ Kurz gesagt: Der Kanzler versucht auf den ersten Blick durchaus gekonnt zu kalmieren, zu verbinden. In Wahrheit aber positioniert er sich damit selbst – nutzt den Wind, der da angeweht kommt, und fängt ihn mit den richtigen Segeln ein. Das ist schon gut gedacht und gemacht. Kleiner Schönheitsfehler: Gabalier teilte Kurz’ Posting umgehend und nahm ihn somit direkt für sich ein. Auch gut gemacht.

Player 7: Wir von PRobiz.

Nur selten gibt es eine derart großartige Spielwiese mit so vielen Mitspielern, die alle nur eines versuchen: möglichst mit einer eigenen Botschaft in einer Diskussion zu punkten. Es ist ein bisschen wie Zirkus, erste Reihe fußfrei. Und da stellt man sich auch als Kommunikationsunternehmen, wie PRobiz eines ist, einfach die Frage: Warum nicht auch mitspielen? Also haben wir diesen Blogbeitrag geschrieben und werden ihn mit etwas Budget in den sozialen Kanälen verbreiten. Auch nutzen wir dank SEO-Hinterlegung den Namen Andreas Gabalier und aktuell sehr passende Keywords für uns selbst. 😉

 

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