Konrad Lorenz-Nachfolger Kurt Kotrschal ist Speaker beim „5. Österreichische Hundetrainerkongress – Dogs Professional 2018“ am 24. und 25. Februar an der Veterinärmedizinischen Universität Wien. Vorab dürfen wir ein aktuelles Interview mit dem „Wolfsflüsterer“ bereistellen.

 

„SO EIN HUND IST DOCH AUCH NUR EIN MENSCH AUF VIER HAXEN!“

 

Was würden Sie sagen, ist das Faszinierendste an der Arbeit mit Wölfen?

Kurt Kotrschal: Das Faszinierende ist einfach, dass Wölfe ökologisch und sozial so ticken wie wir. Sie leben zum Beispiel in kleinen sozialen Gruppen, verhalten sich beim Jagen und Kinderaufziehen sehr ähnlich und töten ihre Nachbarn.

Vor allem aber sind Wölfe unheimlich verlässliche und soziale Partner, die auch unsere ganze Konzentration und unseren Respekt verlangen. Wenn wir ihnen den nicht entgegen bringen, verabschieden sie sich. Sie sind da nicht ganz so tolerant wie Hunde. Man muss sich halt einfach nach den Regeln der Höflichkeit verhalten. Aber genau das macht das Faszinierende an der Arbeit mit Wölfen aus.

Hunde sind zwar sozial nicht so kompetent wie Wölfe, respektieren unsere Interessen aber viel stärker als Wölfe es tun. Wölfe haben in unserer Kultur aber schon immer eine Rolle gespielt. Und diese starke Verbundenheit ist auch jetzt noch zu spüren, wenn man mit ihnen arbeitet.

Es gibt natürlich auch kleinkarierte, rachsüchtige und auch ziemlich doofe Wölfe – halt wie beim Menschen. Aber sie sind starke Partner, und das müssen auch schon unsere Vorfahren gespürt haben.

Inwiefern beeinflusst der Umgang mit Wölfen das Zusammenleben mit Ihrer eigenen Hündin?

Kurt Kotrschal: Meine Hündin Bolita ist jetzt zwölf Jahre alt und hat alle Wölfe am Wolfsforschungszentrum WSC mit aufgezogen. Sie hat immer eine gewisse Rolle bei meiner Arbeit gespielt. Sie ist sehr ruhig und selbstbewusst Wölfen gegenüber – und das wirkt sich natürlich auch auf unsere Beziehung aus.

Sie beschäftigen sich stark mit der Hund-Mensch-Beziehung. Hunde werden für uns als Sozialpartner immer wichtiger – auch zum Vorteil der Hunde?

Kurt Kotrschal: Das stimmt, und gerade deshalb muss man ja nur überlegen, wie man mit Sozialpartnern umgeht – ganz gleich ob Hund oder Mensch. Für alle gelten ähnliche Regeln. Genau wie wir sind auch Hunde eigenständige Persönlichkeiten mit eigenen Bedürfnissen. Und diese müssen wir sehen und uns darauf einstellen. Das unterstützt natürlich die Qualität der Beziehung. Es ist wichtig, dem Hund Leadership zu geben, also Entscheidungen zu treffen und den Hund immer wieder zu motivieren. Dann ist das auch wiederum zum Besten für den Menschen.

Und grundsätzlich ja, auch zum Vorteil der Hunde. Sie sind ja dafür gemacht, dass sie uns wichtige Sozialpartner sind. Aber in eine gute Partnerschaft muss man eben auch investieren. Dass für gutes Futter und medizinische Versorgung gesorgt ist, sollte selbstverständlich sein. Aber es muss vor allem eben auch die Beziehung stimmen, wir müssen ihnen Sozialkontakte, Bewegung usw. ermöglichen. So schwierig ist das ja gar nicht, so ein Hund ist doch auch nur ein Mensch auf vier Haxen.

Mit einem menschlichen Couchpotato wird ein Hund wahrscheinlich nicht glücklich werden, ebenso wenig will er aber dauerbespaßt werden. Es gehört genauso zu unserer Pflicht, ihm verdammt nochmal für sechs Stunden seine Ruhe zu gönnen.

Wir leben in einer urbanen Gesellschaft und mit zunehmender Verstädterung nimmt auch die Zahl der Hunde zu. Und die Leute in der Stadt gehen oft mit ihren Hunden raus. Die bekommen mehr Bewegung als so mancher Hund auf dem Land, der nur in den großen Garten darf.

 

„5. Österreichischer Hundetrainerkongress – Dogs Professional 2018“

Wann: 24. & 25.02.2018

Wo: Veterinärmedizinische Universität Wien

Vortragende: Anne Lill Kvam, Viviane Theby, Kurt Kotrschal, Michael Leschnik uvm.

Alle Infos unter:

www.dogs-professional.at

Rückfragen bitte an:

Jasmin Knebl

Tel.: (+43) 316 / 90 40 92 – 21

Email: jasmin.knebl@petpartner.at

Die Pressemeldung samt Bildmaterial finden Sie hier zum Download